Die zeitliche Organisation der gymnasialen Schulzeit wird in Niedersachen wieder von 8 Jahre auf 9 Jahre (G9) umgestellt. Das hat zur Folge, dass im Schuljahr 2020/2021 kein Abiturjahrgang die Gymnasien verlässt. Der daraus resultierende Raumbedarf lässt sich allein in den Bestandsgebäuden des Gymnasiums Schillerschule in Hannover – Kleefeld nicht abbilden. Der 1960 errichtete Gebäudekomplex untergliedert sich in mehrere Trakte, die in einem rechtwinkligen Raster auf dem Grundstück angeordnet und miteinander verbunden sind. Das 4-zügige Gymnasium wird in einem offenen Ganztagsbetrieb geführt und von ca. 1.000 Schüler besucht. Nach der Umstellung auf G9 ist von ca. 1.100 Schülern auszugehen.

Der zusätzliche Raumbedarf wird nicht nur durch einen dreigeschossigen Neubau ausgeglichen, sondern erfordert auch eine Umstrukturierung im Bestand, um zukünftig ein ganzheitliches pädagogisches Raumkonzept zu realisieren. Zahlreiche weitere Aspekte wie Einbau eines Aufzugs, barrierefreie WCs, sinnvolle Wegebeziehungen oder einfache Orientierung werden durch den Umbau ebenfalls realisiert. Für die Bauphase müssen 14 Unterrichtsräume und die WC-Anlage in ein Interimsgebäude (Containeranlage) ausgelagert werden.

Die Realisierung erfolgt ab Anfang 2021 in zwei Bauabschnitten, die getrennt voneinander ausgeschrieben und zeitlich versetzt umgesetzt werden. Der Schulbetrieb muss über die gesamte Bauzeit in vollem Umfang gewährleistet bleiben. Die Fertigstellung erfolgt 2024. Die Kosten für die umfangreiche Umstrukturierung und Erweiterung betragen über 23 Millionen Euro.

THEURICH+KLOSE wurde von der Stadt Hannover mit der Realisierung der Gewerke Wärmeversorgung, Lüftungstechnik und Gebäudeautomation bei dieser komplexen Mischung aus Bauen im Bestand, Neubau und Interimsbau beauftragt.